Neue Plattform der Stadt Worms, der Ehrenamtsbörse und des Diakonischen Werks vermittelt Hilfsangebote und Gesuche

Von Steffen Nagel

WORMS - Von einer kleinen Wohnung für eine Mutter mit Zwillingen über funktionstüchtige Waschmaschinen, Renovierungshilfe bis hin zu Nähmaschinen – wer im Internet auf die Seite von "Wormser helfen" klickt, findet eine Vielzahl von Dingen, die derzeit in der Nibelungenstadt gesucht und gebraucht werden.Die Plattform www.Wormser-helfen.de ist seit Juni online.

Screenshot: vrm/ap

Seit Juni ist das Online-Angebot, das die Stadt zusammen mit dem Diakonischen Werk und der Ehrenamtsbörse geschaffen hat, im Netz freigeschaltet. Ziel ist es, die große Hilfsbereitschaft in der Stadt in geregelte Bahnen zu lenken und damit die Arbeit von Hilfsorganisationen zu erleichtern (siehe Infokasten). Noch nicht jeder hat dieses Prinzip allerdings verinnerlicht, wie ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt, die die verantwortliche Administratorin, Webdesignerin Claudia Weber-Lenck, vorlegen kann: Gerade einmal 556-mal ist die Seite seit Juni bislang angeklickt worden. 90-mal wurde ein Formular mit Sachspendenangeboten abgeschickt, 29-mal wurden Zeitspenden angeboten, zweimal eine Geldspende und dreimal Wohnraum.

Das Konzept

  • Sinn der Internetseite ist die Kanalisierung von Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge und andere bedürftige Menschen.
  • Viele Hilfsorganisationen klagen darüber, dass Menschen ihnen Gegenstände bringen, die sie spenden möchten, die aber entweder nicht benötigt werden oder für die kein Platz vorhanden ist, um sie zu lagern.
  • Auf www.wormser-helfen.de stellen die Organisationen gezielt Gesuche ins Netz, sodass hilfsbereite Menschen sehen können, was konkret gebraucht wird. Über die Plattform können diese Menschen dann Kontakt zur jeweiligen Organisation aufnehmen und ihr Angebot unterbreiten.
  • Fragen zur Seite beantwortet die Ehrenamtsbörse unter 06241/5028322.

Dennoch herrscht bei den Verantwortlichen Zufriedenheit. So berichtet der Geschäftsführer des Arbeiter-Samariterbundes (ASB), Ralf Hoffmann, im Gespräch mit der WZ, dass allein im August 38 vom ASB auf der Seite veröffentlichte Gesuche bedient werden konnten. „Ging die Hilfsbereitschaft bisher meist von Menschen aus der Politik oder kirchlichen Organisationen aus, habe ich nun den Eindruck, dass sie endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, sagt Hoffmann. Pro Tag erhalte der ASB etwa 15 Anrufe von Menschen, die mit Geld, Zeit- oder Sachspenden helfen wollen. Sicherlich hätten dazu auch die schrecklichen Fernsehbilder der jüngsten Zeit beigetragen.

Leute noch überfordert mit dem Prinzip

Auch Christina Heimlich, Vorsitzende der Ehrenamtsbörse, ist zufrieden mit der Resonanz, die die neue Internetseite bislang erhalten hat, wenngleich sie auch noch Verbesserungspotenzial sieht. Denn: Auch bei der Ehrenamtsbörse gehen laut Heimlich täglich bis zu fünf Anrufe mit Hilfsangeboten ein; Anrufe, die eigentlich gar nicht notwendig wären, wenn die Menschen direkt auf der Website nachschauen würden, was konkret an Hilfe benötigt wird. „Vielleicht sind manche Leute noch ein bisschen überfordert mit dem Prinzip“, vermutet Christina Heimlich.

Sie hofft, dass künftig noch der eine oder andere Wormser mehr den Blick auf die Internetseite wagt, um zu sehen, was Flüchtlinge und andere Menschen in der Nibelungenstadt denn wirklich an Hilfe benötigen, von Wohnungen über Fahrräder bis hin zu Nähmaschinen.

Quelle: Wormser Zeitung