Spenden mit einfachem »Klick«

Auf der Seite »Wormser helfen« können Bürger sozial Bedürftigen und Flüchtlingen ihre Unterstützung anbieten

Seit Freitagmorgen ist die Internetseite „Wormser helfen“ online und steht den Bürgern zur Verfügung. Von links: Anne Fennel, Christina Heimlich und Claudia Weber-Lenck. Foto: Gernot Kirch

Von links: Anne Fennel, Christina Heimlich und Claudia Weber-Lenck.

Foto: Gernot Kirch

von Gernot Kirch

In der Bevölkerung herrscht eine große Spendenbereitschaft für Flüchtlinge, die verstärkt seit zwei Jahren in Worms eintreffen. Wobei sich der Wunsch der Bürger zu helfen, gleichermaßen auf sozial schwache Bürger in der Nibelungenstadt erstreckt.

Die Gebebereitschaft der Bürger umfasst sowohl materielle Dinge, wie Kleidung oder Möbel, aber auch ideelle Unterstützung in Bezug auf Spracherlernung oder zum Beispiel die Übernahme für Patenschaften.

Die große Frage dabei ist stets, wie bringe ich den Bedarf zielgenau mit den Spendern zueinander. Denn große Lagerhallen, in denen alles gesammelt, sortiert und schließlich weitergeleitet wird, sind nicht mehr machbar. Alleine, weil das Personal dazu fehlt.

Seit Freitag ist jetzt die Internetseite „Wormser helfen“ online und wird mit Spendenangeboten wie auch mit Gesuchen gefüllt. Mit Unterstützung durch die Stadt hat die Ehrenamtsbörse sowie das Diakonische Werk diese Vermittlungsbörse kreiert und ins Netz gebracht. Die Grundidee von „Wormser helfen“ ist ganz simpel. Jeder, der etwas anzubieten hat, stellt es auf die Plattform, ebenso wie Flüchtlinge oder bedürftige Bürger, die etwas konkretes benötigen.

Anregung aus Mainz
Die Grundidee für „Wormser helfen“ stammt aus Mainz und wurde für die Nibelungenstadt angepasst und optimiert. Nach Wochen des Vorlaufs erfolgte am Freitagmorgen der offizielle Startschuss in den Räumlichkeiten der Ehrenamtsbörse in der Andreasstraße 7.

Der Wormser Sozialdezernent Waldemar Herder sprach die einleitenden Worte. Er wies darauf hin, dass es eine sehr große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gebe, die vielen Flüchtlinge zu unterstützen. Mit der Internetseite „Wormser helfen“sei jetzt die richtige Plattform gefunden, um die Hilfsangebote zu koordinieren. Mit der Ehrenamtsbörse und der Diakonie seien die  kompetenten Partner gefunden, die sich schon lange mit der Problematik beschäftigen.

Kompetenter Filter
Der Ablauf sieht wie folgt aus: Wer etwa einen Fernsehapparat hat, den er nicht mehr benötigt, klickt im Internet die Seite „Wormser helfen“ an. Dort kann er unter die Rubrik „Angebote“ sein TV-Gerät eintragen. Gleiches gilt, wenn er etwa Kindern beim Erlernen der deutschen Sprache helfen oder eine Patenschaft für eine Familie übernehmen möchte. Das jeweilige Angebot wird dann von der Administration der Plattform registriert und an Personen weitergeleitet, die einen Fernseher benötigen oder etwa Deutsch lernen wollen. Dies können Flüchtlinge sein, genauso aber hilfsbedürftige Menschen aus Worms.

Umgekehrt funktionert das  System genauso. So wurde jüngst etwa eine pakistanische Familie mit Kind als Asylbewerber anerkannt und sucht jetzt auf dem Wohnungsmarkt in Worms eine entsprechende Bleibe. Ein potentieller Vermieter, der über eine geeignete Wohnung verfügt, kann diese jetzt über die Internetplattform offerieren.

Langsam wachsen
Waldemar Herder wies daraufhin, dass das ganze System erst langsam wachsen müsse. Er gehe aber davon aus, dass die Angebote sukzessive erweitert werden. Nach etwa vier Wochen wolle man eine Bilanz ziehen.

Wichtig sei auch, niemand müsse sein Angebote selbst einstellen, er könne auch in eine der Ortsverwaltungen oder in die Ehrenamtsbörse in der Andreasstraße gehen und dort von Mitarbeitern das Angebot oder Gesuch im Internet platzieren lassen.

Umgekehrt würden die Wünsche der Flüchtlinge von Organisationen, wie dem ASB oder der Diakonie, entgegengenommen und ins System eingepflegt.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Timo Horst sagte am Freitagmorgen, dass der Stadtrat einstimmig für die Einführung der Plattform votiert habe. „Wormser helfen“ sei eine große Hilfe für Flüchtlinge. Er sei aber froh, dass die Angebote gleichermaßen für andere, hilfsbedürftige Bürger zur Verfügung stehen, denn es dürfe keine Zwei-Klassen-Gesellschaft enstehen, in der es „nur“ Unterstützung für  Asylbewerber gebe. Vielmehr müssten allen Menschen in Worms auf die Angebote zugreifen können.

Weitere Informationen zu „Wormser helfen“ im Internet