Suchen Sie eine Tätigkeit, die für Sie und andere von Nutzen ist, die Sie erfüllt und auch Spaß macht? Hier finden Sie einige Tipps, die zu einem guten Gelingen Ihres Engagements beitragen können.

Arbeitslos und engagiert?

Wenn Sie arbeitslos sind und sich ehrenamtlich engagieren, müssen Sie darauf achten, dass Ihr freiwilliges Engagement (einschließlich anderer Nebentätigkeiten) ein Zeitbudget von 15 Wochenstunden nicht überschreiten darf (§§ 117-118 SGB III). Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihre Bezüge vom Arbeitsamt gekürzt werden.

Die ersten Schritte

  • Fragen Sie nach einer Aufgabenbeschreibung für Ihre freiwillige Tätigkeit. Konkrete Aufgaben helfen, einen eigenen Platz in der Einrichtung zu finden. Und sie erleichtern von Beginn an die Zusammenarbeit in der Einrichtung und beugen Missverständnissen vor.
  • Gibt es einen festen Ansprechpartner für Freiwillige? Jemand, an den Sie sich wenden können, der Sie in das Aufgabenfeld einführt und begleitet? Das ist ein wichtiger Grundstein für gute Zusammenarbeit. Vereinbaren Sie regelmäßige Gespräche mit dem jeweiligen Ansprechpartner, um sich über die Anforderungen, das Arbeitsklima, die Zufriedenheit etc. auszutauschen.

Grundsätzliches

  • Besuchen Sie zuerst die gewünschte Einrichtung, um sie etwas kennenzulernen und machen Sie Ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen deutlich. Achten Sie darauf, dass Sie sich in der Einrichtung und mit den Mitarbeitern wohlfühlen. Seien Sie dabei ehrlich sich selbst und der Einrichtung gegenüber.
  • Fragen Sie nach den Zielen der Einrichtung und prüfen Sie, ob Sie sich dafür einsetzen wollen. Lassen Sie sich für den Einstieg in ihre freiwillige Tätigkeit ausreichend Zeit.
  • Sie können auch eine Probephase vereinbaren, z.B. über vier Wochen, um Arbeitsfeld, Kollegenteam und Arbeitsklima kennenzulernen und die Zusammenarbeit auszuprobieren.
  • Überlegen Sie sich, wie viel Zeit Sie investieren wollen. Lieber mit weniger Stunden beginnen, die später immer noch erhöht werden können.

Engagement- und Kompetenznachweis

Der Engagement- und Kompetenznachweis dokumentiert und zertifiziert ehrenamtliches Engagement und dient zur Anerkennung und Würdigung freiwillig geleisteter Tätigkeit. Rheinland-pfälzische Bürgerinnen und Bürger, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, können den Engagement- und Kompetenznachweis von der Organisation erhalten, in der sie sich ehrenamtlich engagieren. Der Engagement- und Kompetenznachweis dokumentiert die Organisation, den Zeitraum, die Art und den Umfang des Engagements sowie die erworbenen Fähigkeiten und Qualifikationen in übersichtlicher Form und textlich detaillierter Erläuterung.

Flyer Engagement - und Kompetenznachweis

Versicherung im Ehrenamt

Mit dem Sammel-Haftpflichtversicherungsvertrag und dem Sammel-Unfallversicherungsvertrag für ehrenamtlich Engagierte und freiwillig Tätige möchte die Landesregierung Rheinland-Pfalz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Ehrenamt in Rheinland-Pfalz beitragen. Ehrenamtliche in öffentlichen Ehrenämtern, in Kirche, Wohlfahrtspflege, Sport oder der Feuerwehr sind in der Regel gesetzlich oder durch den Träger versichert. Die von der Landesregierung abgeschlossenen Verträge dienen insbesondere den Ehrenamtlichen in kleinen – rechtlich unselbstständigen – Initiativen, Gruppen und Projekten. Sie schützen die einzelnen ehrenamtlich Aktiven vor Schäden, die sie selbst erleiden (Unfallversicherung) oder anderen zufügen (Haftpflichtversicherung)

Flyer Sicherheit für freiweillig Engagierte

Ehrenamtliche Betätigung von Arbeitslosen

§ 2 regelt, dass die Ausübung einer mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassenden ehrenamtlichen Betätigung unverzüglich anzuzeigen ist. Darüber hinaus darf eine ehrenamtlichen Betätigung den Arbeitslosen nicht bei seinen Eigenbemühungen behindern oder daran, einer Meldeaufforderung unverzüglich nachzukommen. Daraus und aus § 60 Abs 1 Nr. 2 SGB I folgt, dass man eine ehrenamtliche Tätigkeit dem Leistungsträger melden muss, wenn diese einen zeitlichen Umfang von mindestens 15 Std./Woche hat und/oder die Höhe der Aufwandsentschädigung den Freibetrag übersteigt. (Stand 08.05.2009)Nach Ansicht der Bundesregierung sollen ehrenamtliche und nebenberufliche Tätigkeiten mehr gefördert werden. Möglich wird dies durch eine Neuregelung des "Übungsleiterfreibetrag".

Demnach können Erwerbslose 200 Euro zusätzlich verdienen, ohne dass das Arbeitslosengeld II gekürzt wird. So sind Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten bis zu 2400 Euro im Jahr Steuer- und Anrechnungsfrei. Arbeitslosengeld I (ALG I) und Arbeitslosengeld II ALG II) Empfängern dürfen keine finanziellen Nachteile entstehen, wenn sie Aufwandsentschädigungen im genannten Sinne erhalten. Es dürfen also keine Kürzungen beim ALG I + II vorgenommen werden!

Zusätzlich zum 450 Euro Job

Diese Tätigkeiten, die im Sinne des Ehrenamtes vollzogen werden, können auch dann Steuer- und Anrechnungsfrei sein, wenn man einen 450 Euro Job neben dem Ehrenamt ausübt. (28.01.2008)